Unterdrückte Gefühle machen krank

Unterdrückte Gefühle machen krank

Meine Teenie-Tochter kam einmal von der Schule nach Hause und erzählte mir, das man ihr sagte, das sie und ihre Altersgenossen doch jetzt alt genug wären um ihre Gefühle zu unterdrücken.

Puh…da musste ich erstmal tief einatmen.

Das widerspricht all dem, was mein Mann und ich unseren beiden Töchtern in den letzten Jahren vermittelt haben.

Waren wir doch selbst in die Falle getreten, von denen auch heute noch viele "Erwachsene" glauben es sei gut und richtig, seine Gefühle zu unterdrücken. Man(n) müsse ja schließlich funktionieren. 

Ist es wirklich sinnvoll seine Gefühle zu unterdrücken?

Oder ist es vielleicht sogar die Ursache für die Probleme unserer Gesellschaft die unter Krankheiten wie Depression, Burn-Out, Bluthochdruck u.a. leidet?

  • Wohin gehen die Gefühle, wenn ich sie verdränge, ganz tief in mir?
  • Wenn ich Gefühle schlucke, abwerte, leugne?
  • Wenn ich sie vergesse, sind sie damit auch nicht mehr existent?

Wir wünschen uns alle Gefühle wie Freude, Heiterkeit, Lust und Glück und vermeiden die für uns unangenehmen Gefühle wie Trauer, Angst, Schuld, Scham, Langeweile und Neid. Wir bewerten Gefühle und unterteilen diese in „gute“ und „schlechte“.

Um diese „schlechten“ Gefühle nicht wahrnehmen zu müssen betäuben wir uns durch Drogen und Alkohol, stürzen uns in Arbeit und lenken uns durch Konsum und Medien ab.

Manchmal haben wir eine so hohe Ladung, da braucht es schon mal einen Wutanfall und kurzfristig scheint es uns auch wieder gut zu gehen. Von den Schuldgefühlen die dann auch noch aufkommen mal abgesehen, ein wirkliches Aufräumen geschieht dadurch nicht.

Wie kommst du mit deinen Gefühlen klar?

  • Hast du gelernt deine Gefühle offen zu zeigen oder wurdest du schon in deiner Kindheit für Gefühlsausbrüche geschimpft oder gemaßregelt?
  • Oder bist du aufgewachsen mit dem Glauben das du schwach bist, wenn du deine Gefühle zeigst?
  • Hast du Angst deine Gefühle zuzulassen um nicht für hysterisch, unkontrolliert und schwach gehalten zu werden.
  • Und dieses Gefühl der Angst unterdrückst du das dann auch noch?

Die langfristige Folge von Gefühlen die permanent unterdrückt, in sich hineingefressen, runterschluckt, ignoriert oder betäubt werden: Wir werden körperlich-seelisch krank.

Ich gebe zu, es ist nicht immer ganz klar und einfach seine Gefühle zu deuten und mit ihnen einen wertvollen, akzeptablen Umgang zu pflegen ohne das wir als Heulboje, oder wie Choleriker, einfach über andere hinweg brettern. 

Die Frage die ich mir immer wieder als Coach (auch ab und an mir selbst stelle) ist: "Warum".

Warum bin ich so traurig, wütend, ängstlich usw. und dann kläre ich die Themen die hinter den Gefühlen stecken.  

Es sind auch nicht immer nur unsere eigenen Gefühle, die in uns brodeln. Denn oft übernehmen wir, meist freiwillig und unbewusst die Themen und Blockaden von unseren Eltern, Großeltern, Kindern, Kollegen, Freunden usw. 

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